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Mamma-Karzinom
Zeitraum der höchsten Rezidivwahrscheinlichkeit: Jährliche Rezidivrate von 5-8% über mindestens 10 Jahre, abhängig vom Tumorstadium (Heilungsraten von 55% alle Stadien bis 95% pT1a/b, pN0M0).
Frührezidive (innerhalb von 3 Jahren) häufen sich 1,5-2 Jahre nach Erstdiagnose und sind dann mehr als doppelt so häufig wie nach 5 Jahren (Saphner et al. J. Clin Oncol 1996;14:2738-46).
Intramammäre Rezidive sind heilbar (10-Jahres Überleben von 46-55%, 10-Jahres krankheitsfreies Überleben von 26-41%), Häufigkeitsgipfel bei 2 und 4 Jahren (Yoshifumi et al. Cancer 2006;106;35-41). Bei initial nodalpositiven Patientinnen betrug das 5-Jahres Überleben nach intramammärem ipsilateralem Rezidiv 59,9%. 62.2% dieser Rezidive traten in den ersten 5 Jahren nach Operation auf (Wapnir IL et al. J Clin Oncol 2006;24:2028).
Ipsilaterale Zweitkarzinome (Unterscheidung von Rezidiven durch histologischen Subtyp, Rezeptorstatus, Her-2-Status und Lage) 10-Jahresüberleben mit 75% noch besser.
Lokoregionäre Rezidive ohne Metastasierung haben ein 10-Jahres-Überleben bis 56% bei initial frühen Stadien. Bei initial nodalpositiven Patientinnen betrug das 5-Jahres Überleben nach lokoregionärem Rezidiv (ohne intramammäres) 24,1%. 80,6% dieser Rezidive traten in den ersten 5 Jahren nach Operation auf (Wapnir IL et al. J. Clin Oncol 2006; 24:2028).

1. Früherkennung von Metastasen
Früherkennung von Metastasen führt zu keiner verbesserten Prognose. Zwei grosse randomisierte Studien konnten keinen Effekt auf das Gesamtüberleben einer zusätzlichen Bildgebung (Röntgen-Thorax, Skelettszintigraphie, Leberultraschall) oder von Laboruntersuchungen feststellen (Del Turro et al., JAMA 1994; 271: 1593-1597. Palli et al., The GIVIO Investigators JAMA 1994; 271: 1587-1592. Rojas et al. The Cochrane Library 2009, Follow-up strategies for women treated for early breast cancer (Rewiew)).
Ein weiteres Ziel der Nachsorgekonsultation ist die Erfassung und symptomatische Therapie von Nebenwirkungen der adjuvanten Therapie, z.B. Symptome des Hormonentzuges. Drittes Ziel der Nachsorgeuntersuchung ist die gezielte Beeinflussung des Lebens-Stils bei nachgewiesenem Effekt auf die Rezidivrate:
1. 
Gewichtsreduktion falls BMI > 25
2. 
körperliche Aktivität > 150 Min mässige bis intensive sportliche Betätigung pro Woche
3. 
Geringer Fettgehalt der Ernährung (<20% der täglichen Kalorienaufnahme als Fett). (Ligibel JA, Chlebowski RT, Goodwin PJ. The effect of lifestyle factors on breast cancer prognosis. 2006 Educational book. American Society of Clinical Oncology 42nd Annual Meeting. 2006: 16-19).

2. Schema Nachsorge Mammakarzinom
Die Selbstuntersuchung der Brust durch die Patientin wird monatlich empfohlen. Die Konsultation umfasst die sorgfältige Anamnese und Untersuchung der Thoraxwand, Mammae und Lymphabflusswege. Bei vorliegen von Beschwerden oder suspekten Symptomen erfolgt die weitergehende klinische Untersuchung, Bildgebung und Laboranalyse.
Schema Mamma-Karzinom
Mamma-Karzinom klinische Mamma-Untersuchung Zytologie der Portio, gynäkologische Untersuchung Mammographie plus Mamma-Sonographie Labor Bildgebung für die Suche nach Fernmetastasen*
Jahr 1-3 alle 3-4
Monate
jährliche gynäkologische Untersuchung, Zytologie wie Normal-Bevölkerung jährlich, frühestens
6 Monate nach Abschluss Radiotherapie
nein nein
Jahr 4-5 alle 6 Monate jährliche gynäkologische Untersuchung, Zytologie wie Normal-Bevölkerung jährlich, evtl. ipsilaterale Sonographie bei schwieriger Palpation nein nein
Jahr 5-10 jährlich jährliche gynäkologische Untersuchung, Zytologie wie Normal-Bevölkerung jährlich nein nein
*für familiäre Mammakarzinom/Ovarialkarzinom-Syndrome 6 monatlich vaginaler Ultra-schall der Ovarien, Mammographie und MRI Mamma jährlich.



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